Rituale helfen trauern
- Susanna Maeder

- 19. Nov.
- 2 Min. Lesezeit
Rituale können Tote nicht lebendig machen, aber sie helfen, dem Schmerz und der Trauer Ausdruck zu verleihen. Grosse Umbrüche und Übergänge im Leben werden somit greifbarer und können bewusst gestaltet werden.
Susanna Maeder, Leiterin der Fachschule für Rituale in der Schweiz, hat einfache Ideen, wie du deine Liebsten erinnern und deine Trauer bewusst gestalten kannst:
Das Erinnerungs-Kissen
Aus einem Kleidungsstück der verstorbenen Person kannst du ein Kissen nähen. Du kannst auch eine Freundin oder einen Freund um Hilfe bitten dabei. Vielleicht gibt es auch ein Familienmitglied, das du gerne dabei hättest. Für Kinder hat solch ein Kissen etwas sehr Kuscheliges und Tröstendes, wenn ein
Elternteil gestorben ist. Es ist dann ein Mama- oder Papa-Kissen. Auch wenn dein Partner oder deine Partnerin oder eine liebe Freundin gestorben ist, kann es etwas sehr Schönes sein, aus einem ihrer Kleidungsstücke ein Kissen zu nähen, das dich tröstet, erinnert und hält.
Ein Trauerstein
Nimm einen Stein, der dir gut gefällt, aus dem Wald, vom Bach oder See, oder auch einen gekauften Stein, zum Beispiel in Herzform. Du kannst den Stein in Trauermomenten in die Hand nehmen und alles in ihn reingeben: Du kannst in ihn weinen, beten, sprechen, alles sagen, was dich belastet und beschäftigt. Reinige den Stein regelmässig – indem du ihn in eine Schale mit Wasser legst oder ihn
nach draussen gibst und ihn so dem Regen aussetzt.
Erinnerungsperlen auffädeln
Besorge dir Perlen, die dir gut gefallen und eine Schnur. Lege die Perlen in eine Schale oder in einen Beutel. Wann immer dir eine schöne Erinnerung an die Verstorbene oder den Verstorbenen kommt, fädele sie in Form einer Perle auf die Schnur. So entsteht über mehrere Tage, Wochen oder Monate deine persönliche Erinnerungskette. Diese kannst du als Halskette anlegen, als Erinnerung aufhängen oder als Schlüsselanhänger nutzen.
Der Erinnerungs-Baum
Schreibe auf kleine Zettel dem Verstorbenen oder der Verstorbenen all das, was du erinnerst und ihm oder ihr sagen willst. Du kannst die Zettel über mehrere Wochen oder Monate in einer Kiste oder Box sammeln. Wenn du das Gefühl hast, es ist für den Moment alles gesagt, nimm je einen Zettel und rolle ihn mit einem Faden zusammen. Hänge die Zettel an einen Baum in deinem Garten oder im Wald. Lass sie so im Wind wehen und deine Botschaften weitertragen. Nimm sie nach einem Jahr bewusst vom Baum ab und verbrenne sie mit einer schönen Erinnerung an den Verstorbenen
oder die Verstorbene.
Susanna Maeder |




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